Glasfaserkabel, wie funktioniert das eigentlich?

Sie bekommen zuhause endlich Glasfaserkabel! Aber was genau bedeutet das? Und wie sieht es mit den Geschwindigkeiten aus? In diesem Blog erklären wir es Ihnen.

Bei Firmen oder im Wohnhaus gibt es drei Möglichkeiten, wie das Internet über sogenannte "Carrier" ins Gebäude gelangen kann. Dabei handelt es sich entweder um Koaxialkabel (Radio/TV), um Telefonkabel (KPN) oder heutzutage um Glasfaserkabel. Ob Sie alle drei Träger nutzen können, hängt davon ab, in welcher Region Sie wohnen, d.h. ob die Träger in Ihrem Gebäude installiert sind.

Telefon, TV und Internet über nur 1 Anbieter

Auf alle drei “Carrier" können Dienstleistungen angefordert werden. Wo früher Koax für Radio und Fernsehen und Telefonkabel für Telefon und Fax war, spielt es heute keine Rolle mehr, über welches Kabel das Signal kommt, Sie können alle Dienste (TV, Internet und Telefonie) über alle drei Träger anfordern. Das liegt daran, dass die Signale digitalisiert werden. Bedeutet das, dass es keine Einschränkungen für die Träger gibt? Nein!

Entsteht ein Geschwindigkeitsverlust zwischen dem Zentralpunkt und meinem Haus?

Mit dem Telefonkabel, auf dem übrigens die ersten Internetdienste über das altmodische 14k4- oder 56k6-Modem (mit drei Pieptönen beim Anschließen) und später über ADSL/VDSL angeboten wurden, ist die Datengeschwindigkeit von der Entfernung zwischen Ihrem Haus und der Telefonzentrale der Gemeinde abhängig. Je weiter Sie von der Ortszentrale entfernt sind, desto langsamer wird das Signal. Diese Technik wird in Zukunft nicht mehr weiterentwickelt und können wir auf längere Sicht vergessen.

Kann ich genauso schnell uploaden wie downloaden?

Mit Koaxialkabeln für Radio und Fernsehen können höhere Geschwindigkeiten erreicht werden, aber auch diese Technik hat ihre Grenzen. Beispielsweise ist es nicht möglich, die gleiche Upload-Geschwindigkeit wie Download-Geschwindigkeit zu erreichen (nicht synchron). Mit Koax als Basis können Sie jedoch eine höhere Geschwindigkeit erreichen als mit Telefonkabeln.

Glasfaserkabel, das Kabel der Zukunft, bietet synchrone Up- und Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 1000Mbps. Aber soweit ist es noch nicht. Glasfaser ist gegenüber äußeren Einflüssen (Alien Crosstalk oder Interferenzen) unempfindlich. Singlemode Glasfaser, wie sie oft bei Ihnen zu Hause installiert wird, kann Geschwindigkeiten von 10 Gigabit und mehr über Entfernungen von bis zu 60 Kilometern transportieren! Aber wie?

Wie kommt das Glasfaserkabel in mein Haus?


Wie wird das Signal von der Ortszentrale gesteuert?

Wie beim Kabelinternet oder ADSL, sendet Ihr ISP (Internet Service Provider) ein Signal von seiner Organisation an den POP (Point of Presence), auch als Ortzentrale bekannt. Die Geschwindigkeit dieses Signals hängt von der Größe des POP ab. Je mehr Benutzer, desto höher die Vorschubgeschwindigkeit. Im POP wird das eingehende Signal über Glasfaserschalter verteilt, die das Signal an die angeschlossenen Haushalte oder Unternehmen verteilen.

Welche Art Glasfaserkabel kommt in mein Haus?

Angesichts der oft großen Entfernungen werden fast immer Singlemode-Glasfaserkabel in bidirektionaler Technik eingesetzt. Mit dieser Technologie ist es möglich, Duplexverkehr über nur 1 Faser zu erzeugen.

Fiberpop

Das Signal wird dann über die Glasfaser zu Ihrem Haus geschickt, wo es im Zählerschrank, oder an der Fassade, auf einer sogenannten FTU (Fiber Termination Unit) montiert wird. Eine FTU kann unterschiedlich aussehen, da diese von verschiedenen Parteien eingerichtet wird.

FTU1 FTU2


Was ist eine FTU?

Die FTU ist oft ein Dummy, an den das Modem des ISP angeschlossen werden kann. Dieses Modem wandelt das Glasfasersignal (d.h. Licht) in das herkömmliche Kupfersignal (UTP) um. Das bedeutet, dass das interne Datennetzwerk innerhalb Ihrer Firma oder Ihres Hauses immer noch das herkömmliche Kupfernetzwerk über Netzwerkkabel ist. Wenn Sie ein Kabel von Ihrem Glasfasermodem an Ethernet Switches oder Router anschließen möchten, können Sie dies mit einem Datenkabel aus 100% Kupfer tun.

Teilen: